Pflanzenkunde: Hornklee – der Robin Hood unter den Pflanzen

 Ab Anfang Juni bis in den Herbst leuchtet die gelbe Blütenpracht am Wegesrand oder auf manchen naturkundig gepflegten Wiesen. Anspruchslos an Boden und Pflege blüht der kissenförmige, gerade mal 30 cm hohe, sonnenliebende Hornklee fröhlich vor sich hin und ist die Insektenpflanze schlechthin, denn er quillt über vor lauter Pollen und Nektar! Kaum zu glauben, aber bis zu 57 Wildbienenarten, darunter 13 Spezialisten, die nur auf Schmetterlingsblüten sammeln können, nutzen seine Pollen, mehr als 50 Schmetterlingsarten saugen den Nektar, darunter der hübsche himmelblau leuchtende Hauhechelbläuling, der sich zudem als Raupe von den Blättern des Hornklees ernährt. 

 

Wer also viele summende Bienchen und gaukelnde Falter in seinem Garten oder auf seinem Balkon haben und ihnen helfen will, gibt dem Hornklee ein Plätzchen als schöne und dauerhafte Begleitstaude im Beet oder in einem mind. 30 cm tiefen Topf. Denn er bildet bis zu einem Meter tiefe Wurzeln aus, um Trockenperioden gut zu überstehen. Was ihn natürlich zu einem der Gewinner in kommenden heißen Sommern macht. 

Unglaublich, dass es diese dauerhafte und so nützliche Staude, wie so viele verkannte, heimische Pflanzen, nicht in den Gartencentern zu kaufen gibt. Exotische Pflanzen sind wohl interessanter für uns Menschen. Naja, viele Könige lebten es uns ja jahrhundertelang vor, hielten Hof und prahlten mit ihren exotischsten Exoten (für unsere Insekten und Vögel überhaupt nicht nützlich) in ihren streng gezirkelten Formgärten. Hornklee gilt wohl eher als Antiheld dieser Schaugärten, weil er sich auch versamen kann und so profan erscheint. Da er aber trotz seines Vermehrungstriebes andere Pflanzen nicht verdrängt, schadet es auch nicht, wenn er sich hier und da als gelber Farbtupfer mal dazwischenquetscht. Naturgarten ist eben stets im Wandel, starre Gartenanlagen sind unnatürlich. 


Wissenswert:

Übrigens ist Hornklee auch für die Küche ein unbekannter Gewinn: Die Blätter und Blüten des Hornklees haben einen intensiven Geschmack, ein wenig vergleichbar mit dem Bockshornklee. Sie passen an deftige Suppen und können Gemüse-Gerichten einen volleren Geschmack geben. Die leuchtend gelben Blüten machen sich zudem gut als essbare Deko auf dem Salatteller oder am Büffet. 

 

Wenn Sie so einen Robin Hood und Retter der armen Insekten haben möchten, können Sie den Hornklee bei einem Online-Versand, der auf heimische Pflanzen spezialisiert ist, beziehen. Es gibt auch mehrere Saatgut-Anbieter, die den Hornklee im Programm haben. Oder man nimmt sich ab Mitte Juli eine kleine Samenschote (aber bitte nur ganz wenig!) von diesem, zum Glück wieder häufiger vorkommenden Straßenrandbegleiter mit, und sät ihn im März/April an einer sonnigen Stelle mit lockerem Boden oder in einem Topf aus.