Wildbienenarche
Parole Nahrungsvielfalt:
In Baden-Württemberg gibt es ca. 560 Wildbienenarten. Die Kleinsten sind 3 mm groß, die Größte ist die 3 cm große Holzbiene. Sie sind friedliebend und meist solitär lebend. Die meisten Wildbienearten nisten im Boden. Andere nutzen Pflanzenstängel, Holz, Steinritzen als Nistraum. 33 % der Arten sind auf eine bestimmte heimische Pflanzenart spezialisiert und geben ihren Larven nur Pollen und Nektar ihrer bestimmten Blühpflanze. Wildbienen haben ihre ganze Lebensweise und -zyklus auf heimische Blühpflanzen abgestimmt.
Unser ganzer Garten bietet für Wildbienen und alle anderen Insekten vielfältigste heimische Wildpflanzen als Nahrung und Habitatmöglichkeiten. Die Wildbienenarche ist nur ein kleiner Teil davon und legt neben dem Wildstaudenangebot (siehe unten) u. a. den Augenmerk auf Wildbienen-Nistplätze. 70 % nisten im Boden. Der Trampelpfad auf dem Sie stehen, mit dem verdicheteten, bewuchsarmen Boden wird sehr gerne als Nistfläche genutzt, aber auch die bewuchsfreien Sandflächen oder andere offenen Bodenstellen.
Vermutlich bedingt durch den frühereren, extremen Brombeerbewuchs auf dem Grundstück, gibt es hier viele Wildbienen, die markhaltige Stängel, wie es u. a. abgestorbene Brombeeranken bieten, als Nistraum benötigen. Sichtbar wird die Nutzung an den Löchern, die in das Mark gebohrt wurden. Anfang Juni kann man an den extra dafür aufgestellten Brombeerranken die Stängelbienen bei der Eiablage sehr gut beobachten.
Wissenswert:
wenn Sie markhaltige Stängel als Nisthilfe anbieten möchten, sollten Sie sie senkrecht, einzeln und in trockene Bodenstellen stecken. Wahlweise ohne Erdkontakt an Zäunen oder Stöcken befestigen. Die Stängel sollten über 30 cm lang sein. Die Bienen nagen ihre Gänge selber in das Mark.
Extra für Wildbienen, die Steilwände als Nistraum bevorzugen, haben wir eine kleine Steilwand aus Upcycling-Böschungssteinen gebaut. Leider wurde sie bisher nur von ein paar unerschrockenen Mauerbienen angenommen.
Heimische Wildstauden für gefährdete Wildbienen
Farbe und Geruch von Pflanzen locken Insekten aus der Ferne an. Einige Blüten leiten Bestäuber mit sogenannten Farbmale direkt zu ihrem Nektar oder Pollen. Blüten und Insekten haben sich im Laufe der Evolution aneinander angepasst. Beide profitieren voneinander oder sind voneinander abhängig. Es gibt viele Super-Insektenpflanzen, zu denen beispielsweise Wiesen-Schafgarbe, Dost/Oregano, Löwenzahn, Skabiosen, Ziest, Thymian, uvm. gehören.
Auf der Wildbienenarche haben wir viele dieser Super-Insektenpflanzen angepflanzt. Unter www.naturadb.de finden Sie genaue Informationen, welche Pflanze welchem Insekt als Nahrungsquelle dient. Mit der namensgleichen App gibt es auch eine Fotofunktion, sodass Sie eine Ihnen unbekannte Pflanze per Foto bestimmen können.